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Der Werdegang einer geschmiedeten Schere

Herstellung einer geschmiedeten Schere

Vom Rohteil bis zur fertigen Schere müssen ca. 60 Arbeitsschritte durchlaufen werden. Angefangen vom Schneiden, Schmieden und Entgraten in der Gesenkschmiede, über         das Bearbeiten und Härten in der Härterei, bis zum Schleifen, Montieren und Prüfen.

Am Anfang stehen meterlange Stahlruten

linie1 Spalten

Grundstoff für sämtliche Schneidwaren ist ein Stück guten Stahls, genauer gesagt mehrere Meter lange Stahlruten mit meist rechteckigem Querschnitt. In der Schneiderei, einer Abteilung der Gesenkschmiede, werden diese Stahlruten auf einer Exenterpresse zerschnitten (gespalten). Es entstehen Spaltstücke, die sich in ihrer Größe nach der späteren Schere richten. Danach werden die Spaltstücke vom “Schneider” abgezählt und zusammengelegt. Er bringt sie zum “Schläger” am Fallhammer.

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Die Technik des industriellen Gesenkschmiedens hat sich seit ihrem Anfang nicht verändert

Schmieden unter dem Fallhammer
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Am Hammer sind bereits Formwerkzeuge, die Gesenke, montiert. Neben dem Fallhammer befindet sich der Glühofen, in dem der Schläger die Spaltstücke auf Weißgluht erhitzt.Ein erfahrener Schmied erkennt sofort die richtige Glühtemperatur des Werkstücks. Er nimmt es mit einer Zange aus dem Glühschlitz des Ofens, legt vorher noch ein kaltes Stück nach, hebt den Bären (Fallgewicht) des Hammers, legt das glühende Stück ins Untergesenk ein und läßt den Bären in der Regel dreimal exakt aus einer durch sein Gefühl bestimmten Höhe fallen. Aus dem Spaltstück ist der Rohling entstanden.

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Schmieden unter dem Fallhammer (Animation)

Entgraten

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Wiederrum auf einer mit Schneidwerkzeugen bestückten Exenterpresse wird der Rohling vom überschüssigem Material, dem sogenannten Grat befreit. Im ersten Arbeitsgang wird die äußere Form, der so genannte Flügel, abgeschnitten. An einer anderen Presse wird das Auge der Schere ausgestanzt. Damit haben die Rohlinge schon fast ihre spätere Form erhalten. Aber bis zur fertigen Schere folgen noch viele weitere Arbeitsgänge.

Entgraten
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Der Drall gibt der Schere den Schnitt

Dralldrücken
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Die Schneiden (Warten) einer guten Schere verlaufen niemals parallel zueinander. Die Scherenblätter erhalten beim sogenannten “Dralldrücken” eine leichte Drehung nach innen, die mit der Länge der Schere zur Spitze hin zunimmt. Diese Drehung bewikt, dass sich die Schneiden einer Qualitätsschere während des Schnittes nur an einem Punkt berühren. Die Spannung der Scherenblätter zueinander muss so ausgeglichen sein, daß eine gleichmäßige Federung das Schneiden zäher Stoffe ermöglicht.

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Härten galt lange Zeit als geheimnisvolle Kunst

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Der folgende Schritt, das Härten, entscheidet maßgeblich über die Qualität der fertigen Schere. Richtiges Härten ist die Voraussetzung für das saubere Schneiden und die Belastbarkeit einer guten Schere. Härten bedeutet erhitzen und abschrecken. Lange Zeit galt Härten als eine Kunst, die nur Fachleute beherrschten. Heute sind die genauen Härtebedingungen wissenschaftlich geklärt. Trotzdem muß richtiges Härten gelernt sein.                                                                         Die Rohlinge werden im Härteofen auf eine Temperatur von etwa 1000°C gleichmäßig durchgewärmt.Danach werden die Teile in einem

Härten

Öl- oder Wasserbad plötzlich abgeschreckt. Der Stahl ist durch das Härten spröde geworden, so daß er zwar sehr hart ist, aber gleichzeitig auch leicht brechen kann, deshalb muß er erneut bis etwa 250°C erwärmt werden. Man spricht von “anlassen”.

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Schleifen

Aus der Sorgfalt die beim Schleifen aufgewendet wurde, kann man auf die übrige Verarbeitung schließen

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Ebenso wichtig wie das Härten ist auch das gekonnte Schleifen der Scherenteile. Angefangen beim nassen Grobschliff. Der Schleifer legt den Scherenbeck auf ein abgerundetes Buchkantenholz (den Ortspon), in dem die Form der Schere eingearbeitet ist. Er schleift sitzend an mehreren Schleifsteinen, bis hin zum Feinschliff. Die Scherenaugen behandelt der Schleifer jedoch nicht, dies ist die Aufgabe des “Augenpliesters”. Der Augenpliester zieht einen mit Leim und Schmirgel bestrichenen Lederriemen durch den Griff der Schere.

Danach legt er diese auf zwei Sugentrielsscheiben. Durch geschicktes Drehen der Scherenteile erzielt der Augenpliester eine blanke und polierte Oberfläche rundum. Das Pliesten dient zum verfeinern der Oberfläche nach dem Feinschleifen. Zum Einsatz kommen hier Holzscheiben die mit Leder bezogen sind. Auf diese Pliestscheiben trägt der Pliester ein Gemisch aus Schmirgel und Leim auf. Die Mischung ist individuell verschieden und jeder Schleifer hat seine eigene Art zu Leimen.

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Der Scherennagel ist eine Gewindeschraube

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Nach dem Feinpliesten gehen die Scherenbecke aus rostfreien Stahl zum Polierer, der sie im Elektrolytbad behandelt und später auf Hochglanz poliert. Scheren aus Normalstahl bekommt der Galvaniseur, der sie entweder vernickelt oder verchromt. Nach dem Pliesten und Polieren werden die Scherenteile montiert. Der sogenannte Scherennagel ist eine Gewindeschraube mit der die Schere später nachgestelt werden kann. Nur billige Scheren werden genietet. Genietete Scheren können weder nachgestellt, noch zum Nachschleifen demontiert werden.

Schraube

Ist die Schere montiert, wird sie durch leichte Hammerschläge auf die richtigen Stellen gerichtet.

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gleichmäßiger Schnitt
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Der Schitt einer Qualitätsschere muß weich und gleichmäßig sein

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Nach dem Nachschleifen mit einem Schmirgelstein und dem Abziehen auf einem Ölstein erfolgt die Schnittkontrolle. Der Schnitt einer Qualitätsschere muß weich und gleichmäßig sein. Das folgende Abpolieren bringt die Schere noch auf Hochglanz.

Auch in Solingen hat sich im Laufe der Jahre eine teilweise maschinelle Fertigung durchgesetzt (je nach Hersteller mehr oder weniger). Doch gibt es einige Arbeitsgänge die sich nicht von Maschinen ausführen lassen. Und das ist auch gut so, den kleine Fehler erkennt nur der erfahrene Fachmann.

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Der Schleifer , Kolumbusstraße 15 , 42655 Solingen
Tel. +49 212 58541 , Fax +49 212 2541914